Mali liegt in Westafrika und ist ca. 3,5 mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Mali gehört laut UNDP*-Bericht über die menschliche Entwicklung 2006 zu den fünf ärmsten Ländern der Welt (Rang 174 von 177). Zwei Drittel der insgesamt 12,6 Millionen Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze.
Die Menschen haben eine Lebenserwartung von 48 Jahren. Nahezu 80 % der Bevölkerung über 15 Jahren kann nicht lesen und schreiben. Das pro Kopf Einkommen liegt bei 240 US Dollar pro Jahr.
82 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Die wichtigsten Exportgüter sind Baumwolle, Gold, Vieh und Häute für Leder.
Vor allem der Norden Malis leidet noch immer unter wiederkehrenden Dürrekatastrophen.
Wie alle anderen armen Länder der Welt ist Mali hoch verschuldet und muss bei sinkenden Rohstoffpreisen ein Drittel seiner Exporterlöse für den Schuldendienst aufbringen. Die Hauptprobleme Malis liegen in der mangelnden Gesundheitssituation, der unzureichenden Bildung und der desolaten Ernährungssituation.
Die Lebensbedingungen in Mali sind noch immer schwierig:
Die Verbreitung der Wüste ist trotz vieler Bemühungen in Mali immer noch nicht eingedämmt. Ausbleibende Regenfälle - auch in den letzten Monaten- gefährden den labilen Wasserhaushalt, während andererseits extrem starke, sintflutartige Regenfälle die sehr dünnen Ackerböden wegschwemmen. Die Verringerung der Reserven an Grundwasser führt zu einem ständigem Sinken des Grundwasserspiegels. Vorhandene, teilweise versiegte Brunnen müssen ausgebaut und durch neue ergänzt werden.
Mali ist ein Vielvölkerstaat in dem zahlreiche verschiedene Bevölkerungsgruppen, z.B. Bambara, Peul, Fulbe, Dogon, Songhai u.a. weitgehend friedlich zusammenleben. Der Respekt der Gewohnheiten der jeweils anderen Kultur, aber auch ein jeweils strenges eigenes Regelwerk innerhalb der Bevölkerungsgruppen sind typisch für Mali.
Bis 1960 war Mali eine abhängige französische Kolonie, die Amtssprache ist immer noch französisch , obwohl sich die Bambara Sprache zunehmend etabliert.
90 % der Malier sind Muslime. Der in Mali praktizierte Islam kann als gemäßigt bezeichnet werden. Fundamentalistische Strömungen sind von peripherer Bedeutung, und verschleierte Frauen im Straßenbild stellen eher die Ausnahme dar. In 2007 haben Vertreter christlicher und muslimischer Religionsgemeinschaften eine öffentliche, gemeinsame Kooperationsvereinbarung unterschrieben.
Malis Rechtsform liegt in einem Mehrparteiensystem und gilt heute als stabile Mehrparteiendemokratie.
Am 29.04. 2007 wurde Amadou Toumani Touré zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt. Er hatte Mali 1991 als Übergangspräsident nach einem Putsch gegen den Diktator Traoré in die Demokratie geführt und 1992 die Macht in den ersten freien Wahlen an Alpha Oumar Konaré abgegeben.
In fünf Jahren wird seine Amtszeit, nach zwei Wahlperioden, per Gesetz beendet sein.
Die Vermischung eines militärischen Postens und die gleichzeitige Ausführung von Staatsaufgaben sind in Mali, im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Staaten inzwischen verboten.
Lebenswichtig für die Wirtschaft des Landes bleiben die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Malier, die im Durchschnitt 120 Milliarden FCFA (183 Mio. €) pro Jahr betragen.
Trotz der als positiv zu bewertenden staatlichen Entwicklung ist es weiterhin schwierig, notwendige Infrastruktur im Bereich, Bildung , Gesundheit und Basisversorgung bereitzustellen, und gerade in dörflichen Regionen den Fortbestand der Dörfer und soziale Bezüge zu erhalten
Entwicklungshilfeträger, wie der Solisa Freundeskreis Essen e.V. und das Engagement aus der Bevölkerung leisten gute Dienste. Mit ihrer Unterstützung zur Selbsthilfe und mit der Vorgabe der Beteiligungsstrukturen aller Dorfbewohnergruppen kann der dörfliche Zusammenhalt wieder stabilisiert werden. Die Entwicklung demokratischer Strukturen unter der Würdigung malischer Tradition sind eine gute Ergänzung zu der Mehrparteienregierung des Staatspräsidenten Amadou Toumani Touré
In den letzten Jahren unterstützen auch die Deutsche Regierung und die Weltbank verstärkt die Bemühungen der Regierung von Mali für mehr politische und wirtschaftliche Liberalität.
Ein guter Artikel von Charlotte Wiedemann über Mali ist in der Wochenzeitung Die Zeit vom 11.Oktober 2007 unter dem Titel "Die Demokratie der Armen" erschienen. (http://www.zeit.de/2007/42/Mali)
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